Ursachen für Gicht

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Harnsäure entsteht wenn Körpergewebe während des normalen Zellumsatzes aufgespalten wird. Einige an Gicht leidende Personen produzieren zu viel Harnsäure (ca. 10% der Betroffenen). Die meisten Gichtpatienten können überschüssige Harnsäure nicht effektiv genug abbauen und über den Urin ausscheiden (ca. 90% der Betroffenen). Genetische Veranlagung, Geschlecht und Ernährung (Alkohol, Übergewicht) nehmen Schlüsselrollen bei der Entstehung von Gicht ein.

Wenn der Körper bestimmte Stoffe, die so genannten Purine, abbaut, entsteht Harnsäure. Purine sind natürliche Stoffe, die sich sowohl im menschlichen Körper als auch in vielen Lebensmitteln finden (mehr dazu unter: Ernährung bei Gicht).

Grundsätzlich steigt in beiden zuvor genannten Fällen, egal ob zu viel Harnsäure produziert wird oder zu wenig abgebaut werden kann, der Harnsäurespiegel an, bis dieser zu hoch ist. Man spricht dann von Hyperurikämie. Anschließend bilden sich auf Grund des Harnsäureüberschusses Harnsäurekristalle (Uratkristalle) an den Gelenken, wodurch Entzündungen und starke Gelenkschmerzen entstehen (mehr dazu unter: Symptome von Gicht).

Wenn die Eltern an Gicht erkrankt sind, besteht eine 20%-Chance selbst daran zu erkranken.

Briten entwickeln Studien gemäß fünfmal häufiger Gicht als andere Völker. Afroamerikaner neigen ebenfalls stärker zu Gicht (Afrikaner weisen diese Tendenz allerdings nicht auf).

Alkoholkonsum, vor allem der Konsum von Bier, erhöht das Risiko, an Gicht zu erkranken. Alkohol verhindert eine optimale Ausscheidung von Harnsäure über die Harnwege.

Ernährungsweisen, die viel rotes Fleisch, Innereien, öligen Fisch und Hefe umfassen, erhöhen einer Vielzahl von Studien gemäß das Risiko, Gicht auszuprägen. Derartige Lebensmittel sollte man unbedingt meiden, um Gicht zu behandeln bzw. vorzubeugen.

Harnsäurelevel im Blut steigen bei Männern während der Pubertät und bei Frauen während der Menopause (Wechseljahre). Männer entwickeln daher gewöhnlich wesentlich früher Gicht als Frauen. Bei Frauen kommt das Auftreten von Gicht vor der Menopause äußerst selten vor.

Gichtanfälle können ausgelöst werden, wenn es zu einer plötzlichen Veränderung des Harnsäurespiegels im Blut kommt. Eine derartige Veränderung kann unter anderem durch exzessiven Alkoholkonsum, übermäßigen Verzehr von rotem Fleisch, physische sowie psychische Traumata, Hunger (extreme Diäten, Fasten) oder Chemotherapie ausgelöst werden.

Auch bestimmte Medikamente bzw. Substanzen können Veränderungen im Harnsäurespiegel hervorrufen oder begünstigen, wie unter anderem Diuretika (Entwässerungsmittel), Aspirin oder Nikotinsäure. Bestimmte Medikamente gegen Gicht können anfänglich auch gehäufte Gichtanfälle verursachen, wenn sie dazu dienen, den Harnsäurespiegel zu reduzieren. Dies ist jedoch nur zeitweilig der Fall, bis der Harnsäurelevel dauerhaft auf ein gesundes Niveau herabgesenkt wurde.

Noch einmal ein kurzer Überblick über diverse Faktoren, die Gichtanfälle auslösen können und das Auftreten von Gicht begünstigen können:

-Übergewicht

-übermäßiger Alkoholgenuss, vor allem der Konsum von viel Bier

-eine purinreiche Ernährung

-zu geringe Flüssigkeitszufuhr, wodurch Harnsäure nicht in ausreichender Menge ausgeschieden werden kann

-extreme Diäten, Fasten

-regelmäßiger Gebrauch von Aspirin

-regelmäßiger Gebrauch von Niacin

-häufiger Gebrauch von Entwässerungsmitteln

-schneller Gewichtsverlust

-chronische Nierenerkrankungen

-hoher Blutdruck

-Psoriasis (Schuppenflechte)

-Tumore

-multiples Myelom (eine Form von Knochenmarkkrebs)

-hämolytische Anemie (Blutarmut)

-Schilddrüsenunterfunktion


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3 Kommentare und Erfahrungen zu “Ursachen für Gicht”

  1. Anja sagt:

    Hallo,

    bei meinem Mann (35) ist in dieser Woche Gicht festgestellt worden und er wird jetzt auf Medikamente eingestellt. Erst hat er zwei Tage Colchicin genommen und kriegt jetzt das Allopurinol.
    In der Packungsbeilage vom Colchicin steht, dass Männer nach der Einnahme mindestens ein halbes Jahr keine Kinder zeugen sollten, da es sonst zu genetischen Defekten kommen kann. Wir haben einen einjährigen Sohn und unsere Familienplanung war eigentlich noch nicht abgeschlossen. Wie hoch ist diese Wahrscheinlichkeit? Gibt es für den akuten Fall noch andere Medikamente?
    Und was hat es mit Ihrer Aussage auf sich, dass man eine 20%-Chance hat selbst an Gicht zu erkranken, wenn die Eltern es haben? Reicht es, wenn ein Elternteil betroffen ist oder gilt das nur bei beiden? Bin inzwischen ziemlich unsicher, ob wir wirklich noch ein Kind bekommen sollten.
    Vielen Danke schonmal im Voraus!

    • Helmut sagt:

      habe seit ca. 2002 stark unter Gichtanfällen gelitten. Schon nach nur
      geringen Genuss, insbesondere von Schweinefleisch, habe ich einen
      Gichtanfall bekommen.Trotz Einschränkung von Alkohol und purinarmer
      Nahrung bekamm ich immer häufiger Anfälle.Auch koffeinhaltiger Kaffee war definitiv ein Auslöser.
      Nun hat man bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt.
      Nachdem ich nun seit 9 Monaten ein Schilddrüsenhormon einnehme, habe
      ich trotz “Selbstversuch” ( habe absichtlich über einen mehrwöchigen Zeitraum sehr purinreiche Nahrung zu mir genommen), auch nicht nur
      im Ansatz einen Gichtanfall bekommen.

      Vielleich hilft Ihnen dieser Hinweis.

  2. Maren sagt:

    Ich habe mehrfach gehört und gelesen, dass u.a. ein zu hoher Insulinspiegel, eine Insulinresistenz sowie zu hohe Triglyceride dafür verantwortlich sind, dass die Hanrsäure nicht ausreichend ausgeschieden werden. Wie sehen Sie das?
    Dann wäre es doch empfehlenswert, den Kohlenhydratkonsum zu reduzieren, um den o.g., möglichen Auslösern entgegenzuwirken.

    Auch Softdrinks, z.B. mit Fructose, führen innerhalb weniger Minuten zu einem Anstieg der Harnsäure in Blut und Urin.

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