Gicht Ernährungstipps

Bei der Behandlung von Gicht wird eine Verringerung der Einnahme von Eiweißen empfohlen. Seit vielen Jahren schon haben Ärzte versucht, dem Anteil an Proteinen in der Ernährung von Gichtkranken zu reduzieren, wobei die Einnahme von Fetten und Kohlenhydraten meist nicht verändert wurde. Durch den Konsum von weniger Eiweiß konnte eine signifikante Verringeriung des Auftretens von Gichtanfällen erzielt werden, gleichzeitig wurde einem übermäßigen Anstau von Harnsäure vorgebeugt.

Kirschsaft wurde ebenfalls verwendet, um den Anstau von Harnsäure zu verhindern und Gichtanfälle zu vermeiden. Die Einnahme von einem Teelöffel Kirschsaft, zweimal pro Tag, soll dabei schon manchen Gichtpatienten dabei geholfen haben, Gichtattacken zu verringern. Vitaminreicher Lebertran soll ebenfalls gut für Gichtpatienten sein, da dieser den Körper mit bei Gicht besonders wichtigem Vitamin C versorgt. Meistens wird dabei eine Dosis von einem Teelöffel am Tag empfohlen. Der Lebertran soll ebenso die exzessive Ansammlung von Harnsäure verhindern und er ist zudem gut für die Nieren.

Grundsätzlich sollte man, wenn man unter Gicht leidet, auf stark purinreiche Nahrungsmittel wie Innereien, inklusive Leber, Herz, Niere und Weißbrot, weitestgehend verzichten. Hering, Makrelen, Sardellen und Forellen sind ebenfalls sehr purinreich, weswegen man auf diese Fischsorten besser verzichtet.

Erdnüsse zählt man zwar prinzipiell zu den Hülsenfrüchten, der Puringehalt ist jedoch, verglichen mit anderen Hülsenfrüchten wie Linsen, Erbsen und Bohnen viel niedriger. Nüsse galten allgemein in der Vergangenheit als stark purinhaltig und gefährlich für Gichtpatienten, mittlerweile ist die Ernährungswissenschaft jedoch der Meinung, Nüsse in normalen Portionen seien bei Gicht unproblematisch.

Als Teil einer Gichtbehandlung raten Ärzte auch zu einem Diätprogramm. Radikale Diäten und allzu schnelle Gewichtsabnahme werden hierbei jedoch nicht empfohlen, da diese Gicht auslösen oder verstärken können. Es wird stattdessen eine gesunde, schrittweise Gewichtsabnahme mit Hilfe einer ausgewogenen, auf das Krankheitsbild der Gicht hin abgestimmten Ernährung, empfohlen. So können auf lange Sicht das Körpergewicht und die Gesundheit verbessert werden.

Außerdem wird eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr zum Verringern des Harnsäurespiegels im Blut empfohlen. Dies hilft dabei, der Enstehung von Nierensteinen vorzubeugen. Man sollte wenigstens zwei bis drei Liter Wasser am Tag trinken, im dem Körper dabei zu helfen, die exzessive Harnsäure über den Urin auszuscheiden. Der Stuhlgang wird dadurch ebenfalls verbessert. Neben frischem Wasser kann man auch Kräutertees (Teufelskralle-Tee), Gemüsesäfte, Milch, ungesüßte Fruchstäfte und Suppe zu sich nehmen.

Der Konsum von Alkohol und Kaffee sollte ebenfalls verringert werden, wenn man unter Gicht leidet. Alkohol, vor allem Bier, galt langezeitig auf Grund seines vermeintlich hohen Puringehalts als extrem bedenklich bei Gicht. Neuesten Erkenntnissen zu Folge ist der Puringehalt jedoch gar nicht besonders hoch, dennoch ist alkoholhaltiges Bier bei Gicht nicht zu empfehlen. Alkohol erschwert nämlich die ausreichende Ausscheidung von Harnsäure über die Harnwege. Bier sollte also nach wie vor gemieden werden, wenn man an Gicht erkrankt ist bzw. effektiv vorbeugen möchte. Zudem führt starkes Trinken auch schnell zu einer Zunahme des Körpergewichts und der Triglyceride im Blut, beides Faktoren, von denen man annimmt, dass sie stark zum Enstehen von Gicht beitragen bzw. das Auftreten der Krankheit begünstigen. Moderates (!) Trinken dagegen sollte kein Problem darstellen, zu empfehlen ist es jedoch in keinem Fall. Im Idealfall hält man sich als Gichtpatient von Alkohol fern. Alkoholfreies Bier dagegen gilt nach aktuellem Stand als akzeptabel.

Wer unter Gicht leidet, kann außerdem Vitamin-B12-Nahrungsergänzungsmittel oder aber, noch besser, vermehrt Nahrungsmittel, die reich an Vitamin B12 sind, zu sich nehmen. Das umfasst unter anderem Fleisch, Geflügel, Eier und Milchprodukte. Man muss hierbei jedoch beachten, dass diese Lebensmittel auch Purine enthalten, weswegen man immer nur moderate, ausgewogene Mengen essen sollte.

Schwarzbeeren sollen ebenfalls gut sein, um Gichtanfällen vorzubeugen. Samen wie beispielsweise Kürbissamen und Leinsamen sind auch eine gute Bereicherung für eine Diät bei Gicht bzw. generell für eine gesunde Ernährungsweise. Die Einnahme von Fischölkapseln als Nahrungsergänzung könnte ebenfalls sinnvoll sein, da die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren Entzündungen der Gelenke verringern sollen. Das Essen von mehr Obst und Gemüse ist natürlich auch nie verkehrt, gerade bei einer Erkrankung an Gicht, wo eine optimale Ernährungsweise von äußerster Wichtigkeit ist, um die Symptome effektiv zu bekämpfen bzw. um ideale Prävention zu gewährleisten.


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6 Kommentare und Erfahrungen zu “Gicht Ernährungstipps”

  1. André sagt:

    Gutes Buch: „Abwechslungsreiche Diät bei Gicht“ von Wolfram und Husemeyer, Trias Verlag
    Ich orientiere mich seit Jahren an den enthaltenen Purintabellen. Es sind auch viele leckere Rezepte drin.

  2. karin sagt:

    Es wäre schön,wenn Sie etliche Kochrezepte geben können

  3. Volker sagt:

    Einerseits finde ich ihre Seite recht oinformativ und interessant, andererseits widersprechen sie sich in einigen Passagen – so wie auch in vielen anderen Ratgebern zum Thema Gicht. Dies verunsichert mich schon ein wenig. So halten sie einerseits Kaffee für unbedenklich, erklären gar, dass er den Harnsäurespiegel senkt und daher eher positiv wirkt – anderseits schreiben sie, dass man neben Alkohol auch Kaffee meiden sollte. Was nun? Und dann auch zum Thema Fisch: Hier führen sie zahlreihe Fischsorten auf, die man auf jeden Fall nicht nehemn solte. Dabei wird die Forelle als Fisch genannt, den man ab und an verzehren kann. Andereseits schreiben sie auf dieser Seite wieder, dass man Forelle nicht essen solte. Was nun?

  4. Tobi sagt:

    Schließe mich den Vorrednern an. Habe noch nichts brauchbares im Netz finden können. Mal ein Beispielernährungsplan wäre echt hilfreich. Mit entsprechenden Angaben wie viel Purine am Tag eingenommen wurden und wie die Nährwerte sich verhalten.

  5. MARKUS sagt:

    LIEBE WÄRE EINE TABELLE:
    WAS KANN ICH ESEN;WAS NICH
    DANKE!

  6. Eugen sagt:

    Gibt mir mal bitte Bespiele wie mann sich am einen Tag ernährt.Was mann essen kann und was nicht.

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